Immateriell
upcoming
Thomas M├╝ller

2023
2022
2021
2020
2019

2018
Sebastian Rug
Karoline Br├Âckel
Rozbeh Asmani
Zeit - Zeichnen
PARIS - DRAWING NOW
Malte Spohr

2017
2016
2015
2014
2013
2012
2011
2010
2009—2006
2005—2000

english
   
                               


Rozbeh Asmani
Immateriell - 02. Juni bis 07. Juli 2018

 

Wir freuen uns auf die zweite Einzelausstellung mit neuen Arbeiten von Rozbeh Asmani.

Wenn es stimmt, dass uns die Konsumwelt unsere Kindheit stiehlt, dann ist Asmani wohl
unser Robin Hood. (Michael Kohler: art Magazin, 9/2017)

Rozbeh Asmani setzt sich k├╝nstlerisch mit der ├ästhetik des Kapitalismus auseinander. 2009 beginnt er seine Recherche der Farbmarken, die beim Deutschen Marken- und Patentamt angemeldet sind. Wenn Farben von Firmen f├╝r ihre Corporate Identity exklusiv verwendet werden, nehmen sie Einfluss auf unser kollektives Ged├Ąchtnis. Rozbeh Asmani transformiert f├╝r seine k├╝nstlerischen Arbeiten in unterschiedlichen industriellen Reproduktionsmedien wie Siebdruck, C-Print, Offset oder Foliendruck Informationen aus dem Markenregister.

Auch dreidimensionale Formen werden von Konzernen exklusiv beansprucht. Ob Zwieback, Schokoladenpraline, Kaffee Filtert├╝te oder Chipst├╝te, die Liste der gesch├╝tzten Formen ist lang. In seinen Abg├╝ssen eignet sich Rozbeh Asmani diese Formen an und verwandelt sie in originalgetreue Skulpturen aus Bronze und Neusilber oder wie zuletzt f├╝r eine Skulptur aus achtzehn Kohlebriketts, die er aus mit Lakritzextrakt ├╝berzogenem Gips hergestellt hat.

Meist gen├╝gt ein Blick auf die Arbeiten von Rozbeh Asmani und man erinnert nicht nur den Markenzusammenhang sondern auch Zeit und Umst├Ąnde der Begegnung mit diesen Waren und Dienstleistungen. Mit Staunen und Schrecken stellt man fest, dass die Konsumwelt auch in das eigene Ged├Ąchtnis Einzug gehalten hat. Im Freiheitsraum der Kunst holt sich der K├╝nstler stellvertretend f├╝r uns alle Farben und Formen zur├╝ck.

Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der einen ├ťberblick ├╝ber alle Werkgruppen Rozbeh Asmani┬┤s von 2012 bis heute gibt.

Rozbeh Asmani wurde 1983 in Shiraz im Iran geboren. Er lebt und arbeitet in K├Âln. Seit 2015 ist er Mitglied im Jungen Kolleg der Nordrhein-Westf├Ąlischen Akademie der Wissenschaften und der K├╝nste. 2018 erhielt er das Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds.

Bis Mai 2018 waren auf 54 Litfa├čs├Ąulen im gesamten K├Âlner Stadtraum 72 Colourmarks von Rozbeh Asmani zu sehen. In der Edition KHM K├╝nstlerb├╝cher ist der Band Litfa├č/Kiosk erschienen, der das Projekt dokumentiert. Er ist in der Galerie erh├Ąltlich.

Im Rahmen des Ausstellungsprojektes KUNST & KOHLE von 17 RuhrKunstMuseen zeigt das Museum Ostwall im Dortmunder U in der Ausstellung SchichtWechsel neben historischen Dokumenten Werke der modernen und zeitgen├Âssischen Kunst von Andreas Gursky, Alicja Kwade, Rirkit Tiravanija (u.a.) und die Wandarbeit ÔÇťHimmelblauÔÇŁ (4,30 x 8,40 m) sowie Skulpturen und Siebdrucke von Rozbeh Asmani. (bis 12.8.)

Rozbeh Asmanis Kunstwerk Colourmarks l├Ąsst sich als ein langfristiges, diverse Formen der Sichtbarkeit annehmendes Vorhaben beschreiben, das ein Forschungsprojekt zu weitreichenden markenrechtlichen, farbphysikalischen und marketingpraktischen Fragen ist und zugleich mit Strategien und Formen der bildenden Kunst die Rechercheergebnisse ├Âffentlich macht und der erkundeten juristischen und ├Âkonomischen
Faktizit├Ąt Akte genau kalkulierter Subversion entgegensetzt.
Jens Peter Koerver, FarbentAneignung
in: Rozbeh Asmani 54 Litfa├č/Kiosk.(2018)

Rozbeh Asmani schafft eine bemerkenswerte Spannung zwischen dem Fremdsinnigen eines affektiven Kapitalismus und dem Eigensinn seiner Farben.
Marc Ries, Farbe und ihre Ambiguit├Ąt
in: Rozbeh Asmani 72 Colourmarks. (2017)

Es geht dem Ku├╝nstler um die Vereinnahmung von Farben, den damit verbundenen unbewussten Wertigkeiten, die an unser Gef├╝hl appellieren, und schlie├člich auch um die Fragen nach Manipulationsm├Âglichkeiten. Man k├Ânnte sagen, nicht einmal die Farbe ist mehr frei vom knallharten Profitdenken.
Heidrun Wirth, Auf der Jagd nach gesch├╝tzten Farben
in: K├Âlnische Rundschau (2016)

Oberfl├Ąchlich erinnert nichts mehr an die romantische Vorstellung eines Sch├Âpfergenius, doch schaut man hinter die industriell-gefertigte Oberfl├Ąche der Colourmarks, entdeckt man einen reflektierten K├╝nstler,
der die ├ästhetik des Kapitalismus im 21. Jahrhundert in die Museen hinein und die Farben an den Ort zurückholt, an dem sie frei und jenseits ihrer Funktion als Farbmarken rein ├Ąsthetisch und unvermittelt auf die RezipientInnen wirken k├Ânnen.
Claudia Tittel, Die Farben des Kapitalismus. in: Rozbeh Asmani, Colourmarks (2016)

 
top
 ^