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Rozbeh Asmani
“anything under the sun that is made by man“ - 31. Oktober bis 05. Dezember 2026

 

1980 entschied der amerikanische Supreme Court im Chakrabarty Fall, dass "anything under the sun that is made by man" also „alles, was unter der Sonne von Menschen gemacht wurde“ unabhängig ob unbelebt oder lebendig patentierbar ist. Seitdem können Pflanzen und Organismen, zum ausschließlichen Gebrauch für die UrheberInnen geschützt werden.

In seiner aktuellen Arbeit setzt sich Rozbeh Asmani mit den Archivbeständen des United States Patent and Trademark Office (USPTO) auseinander. Im Zentrum stehen Chrysanthemen, Zierpflanzen, die keine Naturprodukte, sondern industrielle Erzeugnisse und geschütztes geistiges Eigentum sind. Botanische Abbildungen sind rechtlich zwingender Bestandteil der Patentanmeldung. Aus tausenden Abbildungen zur sterilen industriellen Massenproduktion bestimmter Pflanzen wählt Asmani einzelne unter ästhetischen Gesichtspunkten aus und gibt ihnen in der Kunst als Photogravure Unikat ihre Einzigartigkeit zurück.

Asmanis neueste Skulptur ist ein Bundesadler aus Butter. Er wird bis Februar 2027 in der Ausstellung “Adler, Orden, Wahlurne, Redesigning Democratic Representation“ im museumangewandtekunst in Frankfurt gezeigt. „Deutsche Markenbutter“ ist eine gesetzlich geschützte Handelsklasse für Butter mit besonders hoher, regelmäßig geprüfter Qualität. Sie wird auf der Verpackung mit einem Bundesadler gekennzeichnet, häufig ergänzt von idyllischen Weidelandschaften. Asmani hat sie auf Originalbutterpapier drucken lassen.

Diese und weiter Drucke und Skulpturen sind Teil unserer vierten Einzelausstellung mit Rozbeh Asmani. Erstaunlich was der Künstler in fast zwanzig Jahren entwickelt hat. Angefangen hat alles mit der kleinen Schokoladenfigur Shirin, einer Frau im Schador, und der Entdeckung der Farbmarken.

Rozbeh Asmani wurde 1983 in Shiraz im Iran geboren. Er lebt und arbeitet in Köln und Greifswald. 2018 erhielt er das Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds. Seit 2020 ist er an der Universität Greifswald Professor für Neue Medien und angewandte Grafik im Bezugsfeld Bildender Kunst. Seit 2023 ist er ordentliches Mitglied in der Klasse der Künste der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste, Düsseldorf.

Asmanis Arbeiten wurden u.a. im Jüdischen Museum Berlin, dem Museum Ostwall in Dortmund, dem Museum Pfalzgalerie in Kaiserslautern, dem Museum für angewandte Kunst in Leipzig, dem MAKK in Köln und in der Bundeskunsthalle in Bonn ausgestellt. Seine letzte große Einzelausstellung hat das Museum Ritter in Waldenbuch gezeigt.

 
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