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Ursula Schulz-Dornburg
memoryscapes - 03. September bis 09. Oktober 2004

 

Ursula Schulz-Dornburg ist eine Reisende mit der Kamera auf der Suche nach dem inneren Raum in der sich ver├Ąndernden ├Ąu├čeren Realit├Ąt.

memoryscapes - Erinnerungslandschaften

Dick vermummte Menschen, ein Einzelner, eine Gruppe, verloren in einer Landschaft aus Schnee und Eis; ein orangefarbenes Zelt, meteorologische Instrumente, Schlitten, ein Schiff, ein Flugzeug, eine rote Fahne ins Eis gerammt; Blitze, kaltes Nordlicht. Auf den ersten Blick zeigen die gro├čformatigen Photographien (C-Print, Diasec 110x145cm) diese Realit├Ąt. Nach kurzer Irritation stellt man jedoch fest, dass es sich um Aufnahmen ma├čstabsgetreu nachgebildeter Szenerien handelt.

Unvermittelt stand die K├╝nstlerin im Sommer 2000 im Russischen Nationalmuseum f├╝r Arktis und Antarktis in St. Petersburg vor Dioramen, die an die heroische Rettung der Besatzung des 1928 beim Versuch eines Nordpol├╝berfluges gescheiterten italienischen Luftschiffs ‘Italia’ durch den sowjetischen Eisbrecher ‘Krassin’ und den russischen Piloten Babuschkin, der erstmalig mit einem Gleitflugzeug auf einer Eisscholle landete, erinnern; aufgestellt zur Dokumentation und Verherrlichung nationaler Grosstaten.

Was Ursula Schulz-Dornburg in diesem Moment sah, war eine andere, eine innere Realit├Ąt. “Diese Bilder verbinden sich direkt mit meinen fr├╝hesten Erinnerungen aus der Zeit des letzten Kriegsjahres: Schneelandschaft - Verletzte, die auf Schlitten transportiert werden - Planen auf dem Schnee - ein abgest├╝rztes Flugzeug... Ich fotografierte die Dioramen mit einer Amateurkamera. Die Unsch├Ąrfe war mir wichtig, so entstand der Eindruck, ich selbst sei in dieser Landschaft gewesen. Das hei├čt, die eigene Projektion Wirklichkeit werden zu lassen: der innere und der ├Ąu├čere Standpunkt.“ ( Across the Territories, IVAM, Valencia 2002)

Ursula Schulz-Dornburg (*1938 in Berlin), lebt und arbeitet in D├╝sseldorf. Ausstellungen in der Kestner Gesellschaft, Hannover, der Corcoran Gallery, Washington, dem Art Institute, Chicago und dem Institut Valencia d┬┤Art Modern (IVAM) zeugen von ihrer internationalen Anerkennung. 2002 wurden in der ersten Ausstellung in der Galerie Werner Klein Arbeiten von Ursula Schulz-Dornburg unter dem Titel “bus stops Armenien“ gezeigt. Der Werkgruppe der Bushaltestellen wird im Oktober 2004 eine Ausstellung in der Aedes West Galerie in Berlin gewidmet sein.

 
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